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Das 3. WORLD CULTURE FORUM 2011


Nach der Durchführung des Gründungssymposiums im November 2007 und dem 2. WORLD CULTURE FORUM ist die Institutionalisierung des weltweiten Weltkulturforums als regelmäßige internationale Veranstaltung Ziel unserer Bestrebungen. Daher wird vom 26. bis 28. Mai 2011 das 3. WORLD CULTURE FORUM in Dresden statt finden.

Das 3. WORLD CULTURE FORUM soll unter dem Thema „Kultur als Orientierungsrahmen: Zukunft benötigt mehr als Wachstum“ (Culture as a Frame of Reference – Future needs more than Economic Growth) vom 26.-28. Mai 2011 in Dresden stattfinden. Tagungsstätten werden das Internationale Congress Center Dresden, der Sächsische Landtag, das Neue Rathaus der Stadt Dresden und die Veranstaltungsräume des FORUM TIBERIUS am Neumarkt sein. Dem Kongress geht ein Vorbereitungssymposium in Kufstein parallel zum WORLD ECONOMIC FORUM vom 26. bis 30.01.2011 voraus.

Kultur steht beim WORLD CULTURE FORUM nicht primär für die Kunst, sondern für die Wechselwirkung der verschiedenen Teilbereiche einer Zivilisation bzw. Gesellschaft: Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst, Religion, Politik und Medien. Wesentliche Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung der Menschheit ist eine adäquate Balance der verschiedenen Teilbereiche der Kultur.
Die aktuelle Wirtschaftskrise zeigt schonungslos auf, was auch schon seit längerem deutlich wird: Das Zeitalter des ständigen materiellen Wachstums und zunehmenden Wohlstandes großer Gesellschaftskreise in den frühindustrialisierten Ländern ist vorbei. Schon seit einiger Zeit beruht unser Wohlstand zunehmend auf Plünderungsprozessen. Die „Plünderungsökonomie“ auf unserem Planeten hat dazu geführt, dass Voraussetzungen für Wohlstand vernichtet und Lebensgrundlagen beschädigt werden. In unserer Zeit und unserer Kultur wurden Wachstum und materielle Wohlstandsmehrung immer mehr zum Maßstab, an dem alles gemessen wird. Wachstum und Wohlstand, die bislang weitgehend als Synonyme behandelt wurden, entkoppeln sich zunehmend und verändern ihre Bedeutung. Das Versprechen immerwährender materieller Wohlstandsmehrung verliert zunehmend an Glaubwürdigkeit und Sinnhaftigkeit. Die Mehrheit der Bevölkerung der frühindustrialisierten Länder geht mittlerweile von einem künftig sinkenden materiellen Wohlstand aus und sieht sich mit einem ökonomischen und potentiell ökologischen Kollaps konfrontiert. Die damit verbundenen Probleme lassen sozialen Unfrieden und eine weltweite Zwei-Klassen-Gesellschaft (nur Wenige beherrschen Viele) befürchten, wenn jetzt nicht eine neue zukunftsfähige weltweite Ordnung etabliert wird. Dazu ist aber auch die Frage zu beantworten: Was tritt an die Stelle des bisherigen Wohlstandsversprechens? Mit dem absehbaren Rückgang materiellen Wohlstandszuwachses in den frühindustrialisierten Ländern wird es für die allermeisten Menschen immer wichtiger, die daraus potentiell erwachsende Enttäuschung und Desorientierung durch Erschließung immaterieller Wohlstandsquellen vorzubeugen.

Ziel:
Es muss jetzt rechtzeitig mit Nachhaltigkeit die Chance genutzt werden zukunftsfähige Konzepte, Betrachtungen und Innovationen zu entwickeln, um eine Balance innerhalb der Kulturen und Zivilisationen zu schaffen. Durch neue Bündnisse und Kooperationen, Festlegung neuer internationaler Regeln für globale Märkte auf Basis eines neuen Bewußtseins, sollen Voraussetzungen für ein Schaffen neuer Wertschöpfungsdimensionen entwickelt werden. Die schöpferische Kreativität muss wieder in den Mittelpunkt unserer Betrachtungen gerückt werden als Teil einer Renaissance des Humanismus.

Das 3. WORLD CULTURE FORUM stellt sich daher in Zeiten der Krise der Frage „Was kann Kultur, was Wirtschaftswachstum nicht kann?“ (Arbeitstitel). Kultur - und mit ihr Kunst und Religion - nimmt in diesem Ansatz eine gestärkte Rolle gegenüber der Wirtschaft ein und ergänzt zielgerichtet die Gründungsphilosophie des FORUM TIBERIUS mit seinem fragenden Motto: „Was kann die Kultur für die Wirtschaft leisten?“ Wir müssen uns Gedanken darüber machen, wie die Gesellschaft auf neue Bündnisse zwischen Kultur und Wirtschaft vorbereitet werden kann. Für ein nichtmaterielles Wachstum, für einen Wohlstand, der sich zunehmend aus immateriellen Quellen und Werten speist und der Individualismus und Kreativität fördert.

Ziel muss es sein, materielle Wohlstandsverluste durch immaterielle Wohlstandsgewinne auszugleichen. Bisher war unser Wachstum in Teilen basiert auf „Plünderungsprozessen“, wie z.B. Verschmutzung der Meere oder Kinderarbeit, welche aus unbalancierten Entwicklungsniveaus und unzulänglichen Regulierungen resultieren. Das muss für die Zukunft anders werden. Es muss auf eine Transformation hingearbeitet werden, die darauf abzielt, Frieden zwischen den Menschen untereinander und mit der Natur zu stiften. Wir müssen Innovationen und Techniken fördern, die den Rahmen einer zukunftsfähigen Kultur schaffen und immaterialisierte Elemente der Kultur vitalisieren, indem die Perspektive von Glück und Sinn neu positioniert wird. Wirtschaft und Kultur sollten nicht gegeneinander gestellt werden. Die Wirtschaft muss vielmehr als integraler Bestandteil menschlicher Kultur und Zivilisation verstanden werden.

Um diese Ziele zu erreichen initiiert das WORLD CULTURE FORUM gemeinsam mit seinen Partnern und Partnerländern einen Dialog der Kulturen, im Rahmen einer Kultur des Dialogs. Dieser nachhaltige Dialog mit anderen, für uns im Westen teilweise fremden Kulturkreisen, soll konkrete Impulse setzen und gesellschaftliche Wahrnehmung erzielen. Und zwar für den Erhalt der kulturellen Vielfalt in großer Heterogenität für eine „Balance der Kultur“.


Das 3. WORLD CULTURE FORUM steht für:

1. Kulturelle Vielfalt
- Warum brauchen wir kulturelle Vielfalt, um unsere Lebensgrundlage zu erhalten?
- Welche Beispiele finden sich von der Zerstörung kultureller Vielfalt in der Geschichte und was können wir daraus lernen?
2. Kulturelle Nachhaltigkeit durch kulturelle Bildung
- Welche Modelle der kulturellen Bildung haben ein Potential für die Förderung eines mit Nachhaltigkeit kompatiblen Wohlstandsbegriffes?
- Wie weckt Kunst Emotionen und Betroffenheit außerhalb des eigenen Erfahrungs- und Gestaltungsraumes?
- Kann Kunst Individualismus stärken und die Kreativität einer Gesellschaft fördern (siehe Südkorea)?
- Kann Kunst die Sprache und Medien-Basis eines neuen weltweiten Dialogs sein?
- Kann durch die Kunst die Notwendigkeit in das Bewusstsein gerückt werden, dass eine internationale „Einhegung“ der weltweiten ökonomischen Prozesse und insbesondere der Kapital- und Finanzmärkte erreicht werden muss?
3. Immaterieller Wohlstandsbegriff
- Welche Prinzipien verbergen sich hinter der kulturellen Dominanz von Wachstum und Wohlstand?
- Was kann Wirtschaft von Kultur durch die Schaffung von Kreativität und ethischen Regeln lernen?
- Wie kann Wirtschaft von einer Stärkung des immateriellen Wohlstandes profitieren?
- Welche Folgen hat der Klimawandel für kulturelle Vermächtnisse der Welt?
- Bewirkt der Klimawandel auch einen Kulturwandel?
- Welche neuen Ansätze entwickeln sich in dem Teilbereich Wirtschaft für ein neues Ethos und eine neue Glaubwürdigkeit in der Balance zu den anderen Teilbereichen der Kultur?
4. Länderschwerpunkte Türkei und Russland
- Wie kann Europa von der kulturellen Erfahrung Russlands und der Türkei profitieren, die als Transitländer weit über die Grenzen Europas hinausgehen und daher beispielsweise zwischen Christen und Muslimen vermitteln können?
- Welche Wohlstandsdefinitionen finden sich in der eigenen und der Kultur anderer Gesellschaften, wie der Türkei oder Russland?
- Wie können wir das gemeinsame kulturelle Erbe zwischen Russland und Europa trotz der jahrzehntelangen Homogenisierungsprozesse wieder entdecken?
- Wie können wir durch die Stärkung von Individualismus die Integration von Einwanderern aus der Türkei befördern?
- Welche Instrumente dienen der Integration und Völkerverständigung und können Migration fördern?

An sich ist menschliche Kultur in weiten Bereichen primär immateriell. Vier solch wichtiger Bereiche sind: Glück, Gesundheit, Beruf und Familie/Partnerschaft. Es wäre naiv zu glauben, dass Fortschritte in diesen Bereichen primär durch Geldeinsatz sichergestellt werden könnten. Viel zu sehr kommt es dafür auf die „Gesundheit der Seele“ an. Erst in neuerer Zeit wurde die immaterielle Dimension dieser Aspekte des menschlichen Daseins zusehends in den Hintergrund gedrängt und das Wohl und Wehe der Gesellschaft primär nur als materielle Entwicklungen verstanden. Viel Geld hat dabei häufig wenig bewirkt, etwa bei Glück und Zufriedenheit. Die Folge sind tiefe Verwerfungen, nicht nur zwischen Menschen, sondern auch zwischen Menschheit und Natur bzw. Umwelt.

Die Initiatoren des WORLD CULTURE FORUM sind sich bewusst, dass ein Umdenken schwierig sein wird. So ist der Ausgleich materieller Wohlstandsaspekte durch immaterielle Wohlstandsgewinne, bei einer auf materielles fokussierten Gesellschaft, kein Selbstläufer. Dennoch ist genau dieses zu leisten, um eine krisenhafte Entwicklung zu vermeiden und eine lebenswerte Zukunft für alle zu ermöglichen.
Das WORLD CULTURE FORUM will hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.

Durchführung:
Das 3. WORLD CULTURE FORUM legt seinen Schwerpunkt auf die Schaffung eines immateriellen Wohlstandsbegriff, kulturelle Nachhaltigkeit, Vielfalt und Bildung sowie Fragen der Integration und Migration. In Zusammenarbeit mit den zwei Partnerländern Türkei und Russland kann viel in der Reflexion der oben beschriebenen Problemfelder erarbeitet werden. Beide Länder sind für die Zukunft Europas wichtig. Gerade ihre Transitrolle als Staaten, die sowohl auf dem europäischen wie auch dem asiatischen Kontinent beheimatet sind, ist eine fruchtbare Konstellation für Europa und die Weiterentwicklung des WORLD CULTURE FORUM. Wir freuen uns daher auf dem 3. WCF hochrangige Vertreter der türkischen und russischen Öffentlichkeit begrüßen zu können.

Zielgruppe:
Im Fokus stehen vor allem Personen, die in den Teilbereichen der Kultur selbst Verantwortung tragen. Von ihnen erhoffen sich die Veranstalter Beiträge und Impulse zu einer nachhaltigen Entwicklung einer zukunftsfähigen weltweiten Wechselwirkung und insbesondere einen Fokus auf die immateriellen Dimensionen von Wohlstand. Im Rahmen des Jungen Forums soll aber auch die nächste Generation mit den Gedanken des WORLD CULTURE FORUM vertraut gemacht werden, so dass auch für Studenten und Schüler der Sekundarstufe II ein spezielles Tagungsangebot geschaffen wird.



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